Pflanzenöl und dabei insbesondere auch Palmöl unterscheidet sich in Bezug auf seine physikalischen und chemischen Eigenschaften deutlich von fossilem Heizöl. Daher sind bei der Realisierung von Palmöl-BHKW-Anlagen Anpassungen sowohl in Bezug auf die Lagerung und den Transport als auch den eigentlichen Verbrennungsvorgang im Motor vorzunehmen.

Insbesondere unterscheidet sich Palmöl in Bezug auf die Viskosität (Zähflüssigkeit) sowie dem Flammpunkt von fossilen Heizöl. Pflanzenöle zerstäuben daher aufgrund ihrer deutlich höheren Zähflüssigkeit viel schlechter als Heizöl und benötigen deutlich mehr Energie zum Entflammen. Daher ist es schwieriger Pflanzenöl in einem Motor zu verbrennen. Das Problem der Zähflüssigkeit kann größtenteils dadurch kompensiert werden, in dem das Pflanzenöl kurz vor der Eindüsung in den Zylinder auf eine Temperatur von 80 - 95° C erwärmt wird. In diesem Temperaturbereich erreichen die meisten Pflanzenöle ähnliche Zähflüssigkeiten wie fossiles Heizöl bei rund 20° C.

Relativ gute Erfahrungen konnte bei der Verbrennung von Pflanzenöl in Vor- und Wirbelkammermotoren sowie in Schwerölmotoren gemacht werden. Aber auch in diesem Bereich kam es zu Problemen bei der Nutzung von Palmöl. Nicht immer war dies auf motorische Aspekte zurück zu führen. Teilweise hatten die neuen Anbieter von Pflanzenöl-BHKW-Anlagen auch die richtige Dimensionierung der Wärmetauscher nicht berücksichtigt und es kam dadurch sehr häufig zu einer Überhitzung der Motoren. Die wenigste Erfahrung lag zu Beginn des Pflanzenöl-BHKW-Booms (2004/2005) bei direkteinspritzenden Motoren. Insbesondere im Leistungsbereich von 100 kW bis 500 kW waren diese Motoren vorrangig anzutreffen. Gegenüber den Vor- und Wirbelkammermotoren sowie den Schwerölmotoren weisen direkteinspritzende Motoren Vorteile in Bezug auf die elektrische Effizienz auf. Daher wurden von vielen der neuen Anbieter diese Motoren besonders angepriesen. Neben der Höhe des elektrischen Wirkungsgrads ist aber auch die Verfügbarkeit der Anlage für die Wirtschaftlichkeit entscheidend. Ein Motor mit einem hohen elektrische Effizienzgrad, der aufgrund von Störungen nur selten in Betrieb ist, ist deutlich unwirtschaftlicher als ein ständig verfügbarer Motor, der aufgrund seiner Verbrennungstechnik einen ineffizienten elektrischen Wirkungsgrad aufweist.

Besonders wichtig für den Betreiber einer BHKW-Anlage ist die Verfügbarkeit der Anlage sowie die Verfügbarkeit der Servicedienstleistung (Wartung, Instandsetzung) des BHKW-Anbieters. Besonders auf diese Gesichtspunkte muss im Rahmen der Investitionsentscheidung Rücksicht genommen werden. Weiterhin sollte ein potenzieller BHKW-Betreiber Referenzfälle des Pflanzenöl-BHKW-Anbieters anfragen und die Möglichkeit für den Abschluss eines Vollwartungsvertrages eruieren.

Die Aufwendungen für die Investition einer BHKW-Anlage sind meist sehr hoch, nehmen jedoch in Bezug auf die Lifecycle-Kosten, die im Rahmen der 15-jährigen Lebensdauer einer solchen Anlage entstehen, nur einen geringen prozentualen Anteil von 5 - 9% ein. Die Wartungskosten schlagen mit rund 6 - 12% zu Buche. Der gesamte Rest (80 - 90%) wird für die finanziellen Aufwendungen für den Pflanzenöl-Bezug verursacht.

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen und hierbei insbesondere das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bilden neben dem Pflanzenöl-Preis die maßgebliche Grundlage für die Wirtschaftlichkeit einer Palmöl-BHKW-Anlage.

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